Zur Startseite
Startseite

Editorial

Aktuelle Forschung

Schlagzeilen Urmenschen Neandertaler Homo Sapiens

Kurz-Nachrichten

Kompakt News

Hintergrund

Evolution Stammbaum Ausbreitung

Hominiden und Menschen

Vormenschen Frühmenschen Homo Erectus Neandertaler Homo Sapiens

Die Geschichte der Paläanthropologie

Paläanthropologe Friedemann Schrenk
Der deutsche Paläanthropologe Friedemann Schrenk auf der Suche nach menschlichen Fossilien. Foto: Noemi Bachmann, Senckenberg

Die Paläanthropologie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Entstehung des Menschen beschäftigt. Ihre zentrale Frage lautet: Wer sind wir und woher kommen wir?

Überall auf der Welt suchen Paläanthropologen nach Überresten prähistorischer Menschenformen, um diese Frage zu klären. Und ihre wichtigsten Beweismittel sind versteinerte Fossilien, Werkzeug-Artefakte und Genanalysen.

Die Entdeckung der "Urzeit"

Im Mittelalter dachte man noch, die Erde sei nur wenige tausend Jahre alt. Doch dann wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Dinosaurier-Fossilien entdeckt. Die aufrecht laufenden Echsen waren eine Riesensensation. Zusammen mit neuen geologischen Erkenntnissen machten sie deutlich, dass es so etwas wie eine Urzeit gegeben hatte, die Millionen Jahre in die Vergangenheit reichte. Allerdings hatte man bis dato noch keine Überreste prähistorischer Menschen gefunden. Das änderte sich erst im Jahr 1856. Damals fanden Arbeiter in einem Kalkbergwerk bei Mettmann die Überreste des ersten Neandertalers. Und der Naturforscher Johan Carl Fuhlrott erkannte anhand der Schädelform, dass es sich um ein "Wesen aus vorhistorischer Zeit" handelte.

Der verkannte Neandertaler

Mit dieser Einschätzung stand Fuhlrott allerdings Zeit seines Lebens nahezu alleine da. Als er seinen Fund 1857 einer Expertenkommission vorstellte, endete das mit einem Debakel. Niemand wollte seiner Idee vom Urzeitmenschen folgen. Sofort fanden sich mehrere "Experten", unter ihnen der führende deutsche Pathologie Rudolf Virchow, die die kräftigen Oberaugenwülste und andere archaische Merkmale als krankhafte Veränderungen eines modernen Menschen deuteten.

Späte Anerkennung

Obwohl der Ire William King im Jahr 1864 die Fossilien erneut untersuchte, zum gleichen Ergebnis wie Fuhlrott kam und den bis heute gültigen Namen "Homo Neanderthalensis" (umgangssprachlich Neandertaler) einführte, dauerte es lange, bis das wissenschaftliche Establishment einräumte, dass es sich beim Neandertaler um eine prähistorische Menschenform handelte. Doch da war Johann Carl Fuhlrott schon verstorben.
Cro Magnon Mensch
Cro-Magnon-Mensch. Foto: Wikimedia, CC-Lizenz

Weitere Funde archaischer Menschen

Im Jahr 1861 tauchte im französischen Örtchen Cro Magnon der nächste Urmensch auf. Dabei handelte es sich zwar eindeutig um moderne Menschen der Art Homo Sapiens, allerdings um sehr alte archaische Vertreter, die vor 27.000 Jahren gelebt hatten. Ein weiterer spektakulärer Fund war der noch ältere Homo Erectus, den der Holländer Eugene Dubois 1891 auf der Insel Java fand. Und als schließlich 1912 in England der Piltdown-Mensch auftauchte, eine vermeintliche Übergangsform vom Affen zum Menschen, da schien klar, wie sich der moderne Mensch entwickelt hatte.

Erster (falscher) Stammbaum des Menschen

Die Fundlage schien damals eindeutig. Der Mensch musste in Europa oder Asien entstanden sein. Aus ersten primitiven Formen wie dem Piltdown-Menschen war zunächst der Urmensch Homo Erectus entstanden. Der hatte sich zum Neandertaler weiter entwickelt und war zum modernen Menschen geworden. Eine glatte saubere Entwicklungslinie. Doch leider vollkommen falsch.

Der Mensch entwickelte sich in Afrika

Raymond Dart mit dem Schädel eines Australopithecus
Raymond Dart und das "Kind von Taung" - der erste Fund eines Australopithecus.
Foto: Public Domain
Dieses Bild bekam erste Risse, als der englische Anatom Raymond Dart im Jahre 1924 in Südafrika den ersten Australopithecus entdeckte. Das "Kind von Taung" - die Überreste eines Australopithecus Africanus - war weder Affe noch Mensch, sondern eine Mischform aus beiden. Doch der Fund wurde lange Zeit als prähistorischer Affe abgetan. Schließlich glaubte man zu wissen, wie und wo der Mensch entstanden war. Erst als weitere Australopithecinen-Funde auftauchten und der Piltdown-Schädel als Fälschung entlarvt wurde, änderte sich das Bild. Vielen Forschern wurde plötzlich klar, dass die Wiege der Menschheit nicht in Europa oder Asien stand, sondern in Afrika.
Weiter →


Viel gelesene Artikel

Neandertaler wurden absorbiert

Ardi & Co keine Hominiden?

Information

Ihr erster Besuch?

Wenn Sie zum ersten mal das Antropus-Magazin lesen, dann klicken Sie bitte » hier

Der Paläo-Prof Der Paläo-Prof
Wenn Sie beim Lesen unserem Paläo-Prof begegnen, dann sollten sie ihn unbedingt anklicken. Zum Beispiel jetzt.

Hintergrund

Die Paläanthropologie

Vor 150 Jahren - beinahe zeitgleich mit Darwins Evolutionstheorie - entstand die Wissenschaft Paläanthropologie. Wir werfen einen Blick auf ihre Entstehungsgeschichte. » Artikel lesen

Entstehung Arten Evolution Wie eine neue
Art entsteht

Wenn sich Lebewesen neuen Umweltbedingungen anpassen, können neue Arten entstehen.

Terminologie

Arten und Unterarten

Heute gibt es zwei Dutzend Bezeichnungen für den Menschen und seine Vorfahren. Einige sind "echte" Arten, andere lediglich Unterarten. » Artikel lesen

Paläanthropologie Stichworte Enzyklopaedia
Wenn Sie mal den Überblick verloren haben oder einen Begriff nicht zuordnen können, dann hilft Ihnen vielleicht unsere Datenbank.

Hintergrund

Experten-Streit

Gab es nur den Homo Erectus oder auch einen Homo Ergaster? Entwickelte sich der moderne Mensch ausschließlich in Afrika? Zwei elementare Streitfragen der Paläanthropologie. » Artikel lesen
Faustkeil Vom Faustkeil zum Hackebeil
Die Werkzeugkultur des Menschen begann vor 2,6 Millionen Jahren.
Kontroverse

Missing Links und Fossilien

"Missing Links", also noch nicht entdeckte Evolutionsstufen zwischen Gattungen und Arten, spielen in der öffentlichen Wahrnehmung der Paläanthropologie eine große Rolle. » Artikel lesen

Paläanthropologie Fragen Antworten Quiz Antropus Quiz
Was wissen Sie über die Evolution des Menschen? Wie gut kennen Sie seine Vorfahren?

Wissenschaft

Alter und Gen-Analyse

Wie bestimmt man das Alter eines fossilen Fundes? Und bis zu welchem Alter kann man die DNA von Fossilien extrahieren? » Artikel lesen

Hominiden Hominini Was sind Hominiden?
Sind der Mensch und seine Vorfahren "Hominiden" oder "Hominini"?

Vermischung Neandertaler Homo Sapiens

Neandertaler sind nicht ausgestorben

Die Neandertaler sind nicht ausgestorben, sondern haben sich so lange mit modernen Menschen vermischt, bis sie als eigenständige Art verschwunden waren. Zum Artikel
Bernhard Wood

Waren Ardi & Co. keine Hominiden?

Ardipithecus, Sahelanthropus und Orrorin Tugenensis könnten nur fossile Menschenaffen gewesen sein, sagen Bernhard Wood und Terry Harrison. Zum Artikel


Zum Premium Bereich
Antropus Web-Magazin
Antropus - Das Online-Magazin für Paläanthropologie. Erfahren Sie alles über die Evolution des Menschen.
T
O
P

Alle Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt
Wir haften nicht für die Inhalte externer Webseiten