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Homo Erectus mit Faustkeil

Vom Faustkeil
zum Hackebeil

Wann genau der Mensch - oder einer seiner Vorfahren - anfing, Werkzeuge zu benutzen, ist umstritten.

Einige Palanthropologen glauben, dass bereits die Australopithecinen scharfkantige Steine in die Hand nahmen, um damit Fleisch von Knochen zu lösen oder Knochen aufzubrechen, um an das Mark zu gelangen. Doch dafür gibt es bislang keine überzeugenden Beweise.

2,6 Mio: Die ersten Oldowan-Werkzeuge

Chopper der Oldowan-Kultur
Chopper der Oldowan-Kultur.
Foto: Didier Descouens, CC-Lizenz
Die ältesten Steinwerkzeuge, die man bislang ausgegraben hat, sind 2,6 Millionen Jahre alt. Sie stammen aus Äthiopien. Es handelt sich um fast naturbelassene Steine, die eine scharfe Schnittkante aufweisen. Ob diese scharfen Kanten natürlich entstanden sind oder durch einen gezielten Abschlag hergestellt wurden, ist bei vielen Funden unklar. Man bezeichnet diese ersten Werkzeuge als "Chopper" oder "Peeble Tools", die dazugehörige Werkzeugkultur als Odowan oder Geröllindustrie. Diese ersten einfachen Werkzeuge hat man - bis auf eine Ausnahme - ausschließlich in Afrika gefunden.

Wer produzierte die ersten Steinwerkzeuge?

Welche Hominiden- oder Menschenart diese ersten Werkzeuge benutzt hat, ist umstritten. In Frage kommen die späten Australopithecinen, der Paranthropus, Homo Habilis und Homo Rudolfensis. Eine Weiterentwicklung dieser ersten einfachen Werkzeuge waren die beidseitig geschärften "Chopping Tools". Bei ihnen gibt es keine Zweifel mehr, dass sie gezielt hergestellt wurden.

1,5 Mio: Die Faustkeile des Acheuleen

Faustkeile
Faustkeile sind schlanker und tropfenförmig. Foto: Wagner
Vor 1,5 Millionen Jahren tauchte ein Steinwerkzeug auf, das viele Forscher als Schweizer Messer der Steinzeit bezeichnen - der Faustkeil. Der Faustkeil unterscheidet sich von den Choppern durch einen schlankeren tropfenförmigen Körper. Er ist beidseitig geschärft und wurde für vielfältige Zwecke eingesetzt - zum schneiden, schaben, kratzen, schlagen und hacken. Der Faustkeil war viele hundertausend Jahre lang das wichtigste Hilfsmittel des Menschen.

Verfeinerte Faustkeil-Techniken

Faustkeile waren die Leitform der Steinzeit. Sie wurden hauptsächlich vom Urmenschen Homo Erectus, aber auch noch von den Neandertalern und vom Homo Sapiens benutzt. Im Laufe der Zeit veränderten sich Formen und Herstellungstechniken. Daher unterscheidet man verschiedene Kulturstufen: Acheuleen (1,5 Mio), Mousterien (120.000), Aurignacien (40.000), Gravettien (31.000), Magdalenien (18.000). Doch letztlich blieb der Faustkeil, was er von Anfang an war: ein Stein, der auf einer Seite geschärft wurde, um ihn als Messer oder Hackwerkzeug zu benutzen.

Holz als Werkstoff ist fossil nicht belegt

Ob die frühen Menschen daneben auch Werkzeuge aus Holz herstellten und ab wann das geschah, ist unklar, denn Werkzeugfunde aus organischem Material sind fossil nicht erhalten. Man darf es aber zumindest annehmen, denn die ältesten Holzspeere sind rund 400.000 Jahre alt. Und in den nördlichen Regionen Asiens hat man keine Steinwerkzeuge gefunden, obwohl dort nachweislich Menschen lebten. Man nimmt deshalb an, dass der dort lebende Homo Erectus ausschließlich Bambus benutzte.

40.000: Werkzeuge aus Knochen und Elfenbein

Alles in allem muss man sagen, dass die technologische Entwicklung nur sehr schleppend voran kam. Erst vor etwa 40.000 Jahren, als sich der Homo Sapiens in Europa ausbreitete, tauchten neue innovative Techniken auf. Die Steinwerkzeuge wurden weniger, an ihre Stelle traten nun Klingen aus Tierknochen und Elfenbein. Einige von ihnen sind so schlank und filigran, dass man annimmt, sie wurden bereits als Speer- oder Geschossspitzen benutzt. Andere sind an ihren Rändern gezackt. Es könnte sich um Widerhaken von Harpunenspitzen handeln, die zum fischen benutzt wurden.

10.000: Erste Beile und Metallverarbeitung

Einen grundlegenden technologischen Wandel gab es erst vor 10.000 Jahren. Mit Beginn des Neolithikums und der neuen sesshaften Lebensweise mit Ackerbau und Viehzucht änderte sich das Leben der Menschen. Die ersten Bauern produzierten nun Äxte und Beile, um ihre Felder zu bearbeiten, und brannten Vorratsgefäße aus Ton. Außerdem entdeckten sie einen neuen Werkstoff - das Metall. Die ältesten Spuren von Kupferverarbeitung stammen aus Kleinasien und sind 9000 Jahre alt. Daher nennt man diese Epoche auch Kupfersteinzeit. Sie läutete langsam aber unaufhaltsam das Ende der Steinzeit ein.


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