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Der Mensch hat zwei Tierarten ausgerottet


Der moderne Mensch hat einige seiner Beutetiere ausgerottet. Am Aussterben von Mammut und Wollhaarnashorn trägt er aber keine Schuld. Foto: Public Domain

Der moderne Mensch Homo Sapiens hat Bisons und Wildpferde ausgerottet, sagt eine neue Studie. Am Verschwinden anderer Tierarten war er aber nur am Rande beteiligt.

Während der letzten Eiszeit starben in Europa, Amerika und weiten Teilen Asiens alle großen Säugetiere mit mehr als 1000 Kilogramm Gewicht aus. Von den Tieren, die zwischen 100 und 1000 Kilogramm wogen, erwischte es 80 Prozent. Man bezeichnet diesen Prozess als "Quartäre Aussterbewelle".

Welchen Anteil hatte der moderne Mensch?

Warum das geschah, ist noch nicht geklärt. Einige Forscher vermuten, dass Klimaveränderungen dazu führten, andere glauben, dass es der sich ausbreitende Homo Sapiens war, der die großen Tierarten durch intensive Jagd ausrottete. Denn in vielen Gebieten, in denen der moderne Mensch vor 40.000 bis 10.000 Jahren auftauchte, verschwanden kurz darauf die großen Säugetiere.

Ausgestorbenen Tierarten untersucht

Forscher der Universität Kopenhagen haben nun exemplarisch fünf der ausgestorbenen Großsäuger unter die Lupe genommen, um herauszufinden, woran sie zu Grunde gingen. Sie untersuchten die DNA und die Verbreitungsgebiete von Mammuts, Wollhaarnashörnern, Moschus-Ochsen, Wildpferden und Bisons und verglichen sie mit den Klimadaten ihrer Zeit. Als Vergleichsgruppe dienten die Elche, eine von wenigen großen Tierarten, die das Massensterben überlebt haben.

Probleme durch Klimaveränderung

In ihrer Studie, die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, kommen Eske Willerslev und seine Kollegen zu dem Ergebnis, dass es sehr unterschiedliche Faktoren waren, die zum Aussterben einer Art führten. So spricht vieles dafür, dass Wollhaarnashorn und Moschus-Ochse tatsächlich schlecht mit dem Klimawandel zurecht kamen und ausstarben. Den Mammuts dürfte es - etwas später - ähnlich ergangen sein.

Der Einfluss des modernen Menschen

Anders sieht es bei Wildpferden und Bisons aus. Sie scheinen das Opfer des modernen Menschen geworden zu sein. Das belegen Ausbreitung und Fossilfunde auf allen drei Kontinenten. In zwei Drittel aller Fundschichten, in denen man Überreste oder Werkzeuge von modernen Menschen entdeckt hat, fand man auch Fossilien dieser Tierarten. Vieles spricht dafür, so die Forscher, dass der Homo Sapiens seinen Teil dazu beigetragen hat, diese Großsäuger auszurotten.

Der Zufall spielte eine große Rolle

In den meisten Fällen, so die Forscher, habe ein ganzes Bündel von Umständen darüber entschieden, ob eine Art ausstarb oder überlebte. Und dabei soll der Zufall eine große Rolle gespielt haben. Eske Willerslev: "Wenn man den ganzen Prozess noch einmal als Experiment durchführen könnte, würden vielleicht die Wollnashörner überleben und das Rotwild aussterben. Dann würde heute ein Nashorn den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen."


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