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Diese Knochenflöte haben wahrscheinlich moderne Menschen der Art Homo Sapiens aus der Speiche eines Geiers angefertigt. Foto: Hilde Jensen / Universität Tübingen

Die ersten Europäer liebten Musik

Wissenschaftler der Universität Tübingen haben in der Höhle "Hohle Fels" in der Nähe von Ulm das älteste Musikinstrument der Welt ausgegraben.

Ein Forscherteam unter der Leitung von Professor Nicholas Conard stieß bei Ausgrabungen auf die Überreste einer 35.000 Jahre alten Knochenflöte. Das Musikinstrument, das aus der Speiche eines Gänsegeiers angefertigt wurde, ist 21 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 8 Milimetern.

Spektakuläre Entdeckungen


Die Venus vom Hohle Fels. Foto: Hilde Jensen / Universität Tübingen
Schon seit einigen Jahren graben Professor Conard und seine Kollegen in der "Hohle Fels" und in der benachbarten Vogelherdhöhle. Dabei haben sie bereits einige spektakuläre Entdeckungen gemacht. So zum Beispiel die berühmte "Venus vom Hohle Fels", eine kleine Elfenbeinfigur, die als eine der ältesten Darstellungen eines Menschen gilt.

Weitere Elfenbeinflöten

Außer der Knochenflöte fanden die Forscher noch Bruchstücke von drei Elfenbeinflöten. Diese sind insofern bemerkenswert, als es sehr schwierig ist, Flöten aus Elfenbein (Zähne von Mammuts oder prähistorischen Elefanten) herzustellen. Denn um aus einem Tierknochen eine Flöte anzufertigen, muss man den Knochen zunächst spalten, dann aushölen und anschließend wieder luftdicht zusammenfügen.

Musik muss eine wichtige Rolle gespielt haben

Der neue Fund zeigt, dass die ersten Europäer der Menschenart "Homo Sapiens" über eine ausgeprägte Musiktradition verfügten. Musik muss für diese frühen Menschen eine große Rolle gespielt haben. Zusammen mit den anderen Artefakten, die in der Schwäbischen Alb gefunden wurden (Werkzeuge, Schmuck, Skulpturen), machen die Flöten deutlich, dass der moderne Mensch, der vor 40.000 Jahren aus Afrika kam, bereits eine beachtliche Kulturstufe erreicht hatte.


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